Das Kükentöten ist verboten
Seit dem 1. Januar 2022 dürfen in Deutschland keine Küken mehr getötet werden, nur weil sie männlich sind.
Quellen:TierSchG § 4c: Verbot des Kükentötens, BMLEH: Ausstieg aus dem Kükentöten
Küken und Legehennen · Destatis und BZL
Bis Ende 2021 wurden in Deutschland jedes Jahr 40 bis 45 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlupf getötet, weil sie keine Eier legen und für die Mast kaum geeignet sind. Seit 2022 ist das verboten. Die amtlichen Zahlen zeigen, was sich seitdem geändert hat und was nicht.
§ 4c des Tierschutzgesetzes ist kurz: „Es ist verboten, Küken von Haushühnern der Art Gallus gallus zu töten.“ Ausnahmen gelten zum Beispiel, wenn tierseuchenrechtliche Vorschriften das Töten vorschreiben oder es angeordnet wird, für nicht schlupffähige Küken, für Stubenküken und für Küken, die für Tierversuche bestimmt sind.
Absatz 3 regelt die Geschlechtsbestimmung im Ei: Ab dem 13. Bebrütungstag darf ein Hühnerembryo nach einer solchen Bestimmung nicht mehr getötet werden, vor dem 13. Tag verbietet das Gesetz es nicht. Diese Regel gilt seit dem 1. Januar 2024. Zuvor war der 7. Tag als Grenze vorgesehen. Die Bundesregierung begründete die Änderung damit, dass das Schmerzempfinden von Hühnerembryonen nach neuen Forschungsergebnissen nicht vor dem 13. Bebrütungstag einsetzt.
Quellen:TierSchG § 4c: Verbot des Kükentötens, Bundesregierung: Verbot des Kükentötens reformiert, BMLEH: Ausstieg aus dem Kükentöten, BZL, landwirtschaft.de: Was ist seit dem Verbot vom Kükentöten passiert?
Die Zahl der Bruderhähne sinkt. Die Brütereien meldeten für 2022 10.592.215 Hahnenküken zur Mast, für 2025 nur noch 3.068.936.
Quellen:BZL, landwirtschaft.de: Was ist seit dem Verbot vom Kükentöten passiert?, Destatis, GENESIS 41321-0001: Brütereien, eingelegte Bruteier, geschlüpfte Küken
Das Statistische Bundesamt erfasst jedes Jahr, wie viele Bruteier in Deutschland eingelegt werden und wie viele Küken schlüpfen. Die Zahl der Brütereien für Legerassen ist von 22 im Jahr 2021 auf 8 im Jahr 2025 gesunken. 2022 wurden nur noch 40,5 Mio. Bruteier eingelegt, nicht einmal halb so viele wie 2020. Seitdem steigt die Zahl wieder, auf 60,5 Mio. im Jahr 2025.
| Jahr | Brütereien | eingelegte Bruteier | geschlüpfte Küken | Hahnenküken zur Mast |
|---|---|---|---|---|
| 2015 | 28 | 121.737.595 | 48.006.890 | kein Wert |
| 2016 | 30 | 111.140.739 | 44.096.993 | kein Wert |
| 2017 | 27 | 116.312.198 | 45.739.656 | kein Wert |
| 2018 | 25 | 103.284.009 | 42.154.673 | kein Wert |
| 2019 | 24 | 104.992.142 | 45.298.361 | kein Wert |
| 2020 | 22 | 91.308.069 | 40.501.315 | 1.178.787 |
| 2021 | 22 | 72.721.385 | 29.438.965 | kein Wert |
| 2022 | 15 | 40.526.538 | 16.228.622 | 10.592.215 |
| 2023 | 11 | 47.747.620 | 18.309.737 | 8.863.538 |
| 2024 | 8 | 57.851.968 | 20.904.991 | 4.851.698 |
| 2025 | 8 | 60.522.947 | 22.751.334 | 3.068.936 |
Bruteier und geschlüpfte Küken: Legerassen zum Gebrauch, also für die Eierproduktion. Brütereien: alle Brütereien mit geschlüpften Küken von Legerassen, einschließlich Zucht und Vermehrung. Hahnenküken zur Mast: zur Mast vorgesehene männliche Küken der Legerassen; nach dem Schlupf getötete Küken sind darin laut Destatis nicht enthalten. Für 2021 und die Jahre vor 2020 gibt es keinen veröffentlichten Wert für Hahnenküken.
Quelle:Destatis, GENESIS 41321-0001: Brütereien, eingelegte Bruteier, geschlüpfte Küken
Ein Teil der Legehennen kam schon vor dem Verbot aus dem Ausland, laut BZL nach Schätzungen etwa 10 bis 15 Prozent der Junghennen, aus Ländern wie Polen, den Niederlanden und Tschechien. Fachleute gehen davon aus, dass dieser Anteil nach dem Verbot zunächst gestiegen ist. Ein EU-weites Verbot gibt es nicht. Die Brüder dieser Hennen werden dort also womöglich weiterhin direkt nach dem Schlupf getötet.
Quelle:BZL, landwirtschaft.de: Was ist seit dem Verbot vom Kükentöten passiert?
2025 lebten in Betrieben von Unternehmen mit mindestens 3.000 Hennenplätzen im Schnitt 45.215.015 Legehennen. Jede legte 304 Eier im Jahr, zusammen 13,7 Mrd. Eier. Alle Betriebe zusammen hatten bei der Zählung am 1. März 2023 rund 55,8 Millionen Legehennen, mehr dazu auf der Seite Tierbestand. Die meisten Hennen leben in Bodenhaltung. Die Kleingruppenhaltung, ein größerer Käfig mit Nest, Sitzstangen und Einstreu, läuft aus: Bestehende Anlagen durften laut § 45 Abs. 4 Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung bis Ende 2025 weiter genutzt werden, in Härtefällen kann die Behörde das bis Ende 2028 genehmigen.
| Haltungsform | 2015 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Bodenhaltung | 25.297.544 | 25.893.415 | +2,4 % |
| Freilandhaltung | 7.045.920 | 11.232.047 | +59,4 % |
| Ökologische Erzeugung | 3.760.796 | 6.699.679 | +78,1 % |
| Kleingruppen und ausgestaltete Käfige | 4.060.403 | 1.389.874 | −65,8 % |
| Zusammen | 40.164.663 | 45.215.015 | +12,6 % |
Betriebe von Unternehmen mit mindestens 3.000 Hennenplätzen.
Quellen:Destatis, GENESIS 41323-0001: Legehennen und erzeugte Eier nach Haltungsform, Destatis, GENESIS 41141-0004: Viehbestand in landwirtschaftlichen Betrieben, Stichtag 1. März 2023, Destatis, Pressemitteilung 086/26: Eierproduktion 2025, TierSchNutztV § 45: Übergangsregelungen, Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 12. Oktober 2010, 2 BvF 1/07
Legehennen werden nach Angaben des BZL ungefähr 16 Monate alt und dann als Suppenhühner geschlachtet. 2025 waren es 20.747.574 Suppenhühner. Ein Huhn könnte im Schnitt drei bis fünf Jahre alt werden, manche sieben.
Quelle:BZL, landwirtschaft.de: Wie lange leben Rind, Schwein, Schaf und Huhn?
Quelle:Destatis, GENESIS 41322-0001: Geflügelschlachtereien 2010 bis 2025
Was besser wird
Seit dem 1. Januar 2022 dürfen in Deutschland keine Küken mehr getötet werden, nur weil sie männlich sind.
Quellen:TierSchG § 4c: Verbot des Kükentötens, BMLEH: Ausstieg aus dem Kükentöten
Kleingruppenhaltung und ausgestaltete Käfige durften regulär nur noch bis Ende 2025 genutzt werden, mit Härtefall-Ausnahmen bis Ende 2028. 2015 lebten noch über vier Millionen Hennen so.
Quellen:Destatis, Pressemitteilung 086/26: Eierproduktion 2025, Destatis, GENESIS 41323-0001: Legehennen und erzeugte Eier nach Haltungsform, TierSchNutztV § 45: Übergangsregelungen
In Freiland- und Biohaltung lebten 2025 im Schnitt 17.931.726 Hennen, 2015 waren es 10.806.716.
Quelle:Destatis, GENESIS 41323-0001: Legehennen und erzeugte Eier nach Haltungsform
Ja, seit dem 1. Januar 2022. § 4c des Tierschutzgesetzes verbietet es, Küken von Haushühnern zu töten. Seit 2024 ist es außerdem verboten, Hühnerembryonen ab dem 13. Bebrütungstag nach einer Geschlechtsbestimmung im Ei zu töten. Ausnahmen gibt es etwa bei Tierseuchen oder für Tierversuche.
Sie werden entweder schon im Ei erkannt und nicht ausgebrütet, oder sie schlüpfen und werden als Bruderhähne gemästet und geschlachtet. Ein Teil der männlichen Küken wird laut BZL zur Aufzucht ins Ausland gebracht, und ein Teil der Junghennen kommt aus Ländern, in denen das Töten von Küken erlaubt ist.
Etwa 40 bis 45 Millionen männliche Küken pro Jahr in Deutschland. Das Bundeslandwirtschaftsministerium nennt rund 40 Millionen, das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft etwa 45 Millionen.
Rund 16 Monate. Dann werden sie als Suppenhühner geschlachtet, 20.747.574 im Jahr 2025. Ein Huhn könnte im Schnitt drei bis fünf Jahre alt werden, manche werden sieben.