Schlachtalter · BZL

Fünf bis sieben Wochen statt bis zu sieben Jahre.

So kurz lebt ein Masthuhn, verglichen mit dem, was ein Huhn erleben könnte. Fast alle Tiere, die für Fleisch, Milch oder Eier gehalten werden, sterben nach einem Bruchteil ihrer möglichen Lebenszeit.

Alle Nutzungsformen im Vergleich

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft unterscheidet zwischen der natürlichen Lebenserwartung, also dem Alter, das ein Tier ohne landwirtschaftliche Nutzung erreichen könnte, und der Nutzungsdauer. Die Tabelle stellt beides nebeneinander. Die letzte Spalte zeigt, welchen Anteil seines möglichen Lebens ein Tier lebt, gerechnet mit dem oberen Ende des Schlachtalters.

Alter bei der Schlachtung und mögliche Lebenserwartung
TierAlter bei der Schlachtungmögliches AlterAnteil am möglichen Leben
Masthuhn5 bis 7 Wochenbis 7 Jahre1,9 %
Ente7 bis 10 Wochenbis 8 Jahre2,4 %
Ziegenlammmeist 10 bis 15 Wochenbis 12 Jahre2,4 %
Mastgans16 oder 30 Wochenbis 15 Jahre3,8 %
Pute16 bis 22 Wochenbis 10 Jahre4,2 %
Mastschwein6 bis 7 Monatebis 10 Jahre5,8 %
Mastlamm4 bis 12 Monatebis 12 Jahre8,3 %
Legehennerund 16 Monatebis 7 Jahre19 %
Mastbulle18 bis 21 Monatebis 25 Jahre7 %
Zuchtsau3 bis 4 Jahrebis 10 Jahre40 %
Mutterschafrund 5 Jahrebis 12 Jahre42 %
Milchziegerund 5 Jahre genutztbis 12 Jahre42 %
Milchkuhim Schnitt 5,5 Jahrebis 25 Jahre22 %

Für Pferde und Fische gibt es keine aktuelle, belastbare Quelle zum typischen Schlachtalter in Deutschland, deshalb fehlen sie hier. Milchziege: Nutzungsdauer laut BZL, nicht Lebensalter.

Woher die möglichen Lebenserwartungen stammen:

Am kürzesten: Geflügel

Ein Masthuhn wird 5 bis 7 Wochen alt. Das sind höchstens 1,9 % der bis zu sieben Jahre, die manche Hühner erreichen. Enten, Gänse und Puten leben einige Wochen bis wenige Monate länger. Wie Hühner in so kurzer Zeit so schwer werden und wie sie gehalten werden, steht auf der Seite Hühner.

Schweine: ein halbes Jahr

Mastschweine werden laut BZL mit etwa sechs bis sieben Monaten geschlachtet. Die Sauen, die die Ferkel zur Welt bringen, leben länger, aber auch sie werden nur drei bis vier Jahre alt.

Milch und Eier: länger, aber nicht lang

Tiere, die Milch oder Eier geben, leben länger als Masttiere, aber auch sie werden geschlachtet. Eine Milchkuh wird im Schnitt 5,5 Jahre alt, eine Legehenne rund 16 Monate. Was das für die Tiere bedeutet, steht auf den Seiten Milchkühe und Kälber und Küken und Legehennen.

Was besser wird

Lichtblicke

Mehr Legehennen mit Auslauf

Die Zahl der Hennen in Freiland- und Biohaltung ist von 10,8 Millionen im Jahr 2015 auf 17,9 Millionen im Jahr 2025 gestiegen. Die Kleingruppenhaltung, ein größerer Käfig mit Nest, Sitzstangen und Einstreu, und ausgestaltete Käfige durften regulär nur noch bis Ende 2025 genutzt werden, mit Härtefall-Ausnahmen bis Ende 2028.

Kurz beantwortet

Wie alt werden Schweine bis zur Schlachtung?

Mastschweine werden mit etwa sechs bis sieben Monaten geschlachtet, Zuchtsauen mit drei bis vier Jahren, laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft. Ohne Schlachtung könnten Schweine etwa acht bis zehn Jahre alt werden.

Wann werden Hühner geschlachtet?

Masthühner mit fünf bis sieben Wochen. Legehennen werden mit rund 16 Monaten als Suppenhühner geschlachtet. Hühner können im Schnitt drei bis fünf Jahre alt werden, manche sieben.

Wie alt werden Kühe in der Milchwirtschaft?

Im Durchschnitt 5,5 Jahre, laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft. Rinder könnten bis zu 25 Jahre alt werden.

Wie alt sind Lämmer bei der Schlachtung?

Mastlämmer werden je nach Mastverfahren mit vier bis zwölf Monaten geschlachtet. Schafe könnten bis zu zwölf Jahre alt werden.